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Gehschulseminar mit Sybille

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Aug 092017
 
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Agenda: Endolite Praxis-
Gehschulseminar mit Sybille Schwerpunkt: Hydraulische Knöchel-Technologie


Termin/Ort: 16. September 2017 im Endolite Institute Kulmbach
Veranstalter: Endolite Deutschland GmbH, Fritz-Hornschuch-Str.9, D-95326 Kulmbach in Kooperation mit der Amputierten-Selbsthilfegruppe Coburg e.V.
Zielgruppe: Anwender, Orthopädietechniker/innen, Physiotherapeuten
Referenten: Adam Baier, Orthopädietechnikermeister
Sybille Main, Heilpraktikerin / Physiotherapie – besonders spezialisiert auf die Gehschule nach Beinamputation und Schmerzphysiotherapie
09:30 Uhr Begrüßung, Seminarablauf, Tagesordnung
09:40 Uhr Warum eine Hydraulik von Endolite? Die Philosophie des
biomimetischen Prothesendesigns und klinischer Nutzen.
Einfluss des biomimetischen, hydraulischen Knöchelgelenks nach Beinamputation für den Prothesenanwender.
Wirkungsprinzipien am Beispiel des Avalon, Echelon sowie Elan
Prothesenfußes und dem Linx-Prothesensystem.
10.20 Uhr Anwender-Fragenkatalog & Antworten
10.40 Uhr Pause
11:15 Uhr Praxis-Gehschulseminar mit Sybille Main Teil 1
• Einführung
• Praktische Übungen
10.20 Uhr Anwender-Fragenkatalog & Antworten
10.40 Uhr Pause
11:15 Uhr Praxis-Gehschulseminar mit Sybille Main Teil 1

• Einführung
• Praktische Übungen

12:30 Uhr Mittagspause
13:30 Uhr Praxis-Gehschulseminar mit Sybille Main Teil 2

• Anwendertraining
• Alltagssituationen
• Tipps & Hilfen

15.00 Uhr Ende der Veranstaltung
Hinweis: bitte bringen Sie ein Handtuch für die Übungseinheiten mit

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Zusammenfassung Rechtskolumne

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Jul 012017
 

Zusammenfassung Rechtskolumne
Duderstadt, 10.08.2017
Newsletter 07/2017

Wasserfeste Gehilfen zählen zum Leistungsumfang der GKV
(BSG-Urteile vom 26.09.2009, Az. B 3 KR 2/08, B 3 KR 10/08 R und B 3 KR 19/08 R)

Beinamputierte Versicherte, die mit einer normalen Laufprothese versorgt sind und mit dieser sicher umgehen können, können von der Krankenkasse die zusätzliche Versorgung mit einer wasserfesten Prothese (Badeprothese, Schwimmprothese) beanspruchen, wenn die Badeprothese zum Behinderungsausgleich erforderlich und individuell geeignet ist, um sich zu Hause in Bad und Dusche sowie außerhalb der Wohnung im Schwimmbad sicher und ohne Gefahr der Beschädigung der regelmäßig nicht wasserfesten Alltagsprothese bewegen zu können (Weiterentwicklung zu BSG vom 10.10.1979 – 3 KR 30/79 = SozR 2200 § 182 Nr. 55). Die normale Laufprothese ist beim Aufenthalt in und am Wasser (Schwimmbad, Fluss, See) ungeeignet. Dieser Gebrauchsnachteil wird durch die zusätzliche Ausstattung mit einer Badeprothese kompensiert. Die Badeprothese gleicht praktisch das Funktionsdefizit der Alltagsprothese im Nassbereich aus, die das
Grundbedürfnis auf möglichst sicheres, gefahrloses Gehen und Stehen gewährleistet. Dem Anspruch auf Versorgung mit einer Badeprothese kann auch nicht entgegengehalten werden, dass es am Markt kostengünstigere wasserfeste Kunststoff-Überzüge gibt, die über die vorhandene
Alltagsprothese zu ziehen sind und diese vor Wasserschäden schützen. Dabei handelt es sich nicht um eine in vollem Umfang gleichwertige Versorgungsalternative. Die Versorgung muss aber in vollem Umfang gleichwertig zur Alltagsprothese sein.

Maßgeblich ist, dass eine Badeprothese dem unmittelbaren Behinderungsausgleich beinamputierter Versicherter dient und ihnen im heimischen Nassbereich sowie im Schwimmbad ein sicheres Gehen und Stehen ermöglicht. Bei diesem unmittelbaren Behinderungsausgleich gilt
das Gebot eines möglichst weitgehenden Ausgleichs des Funktionsdefizits, und zwar unter Berücksichtigung des aktuellen Standes des medizinischen und technischen Fortschritts. Daneben können Hilfsmittel den Zweck des mittelbaren Behinderungsausgleichs haben, die die direkten und indirekten Folgen der Behinderung ausgleichen. In diesem Rahmen ist die gesetzliche
Krankenversicherung allerdings nur für den Basisausgleich der Folgen der Behinderung eintrittspflichtig.

Es geht hier nicht um einen Ausgleich im Sinne des vollständigen Gleichziehens mit den letztlich unbegrenzten Möglichkeiten eines gesunden Menschen. Denn Aufgabe der GKV ist in allen Fällen allein die medizinische Rehabilitation (vgl. § 1 SGB V sowie § 6 Abs 1 Nr. 1 i.V.m. § 5 Nr. 1 und 3
SGB IX), also die möglichst weitgehende Wiederherstellung der Gesundheit und der Organfunktionen einschließlich der Sicherung des Behandlungserfolges, um ein selbstständiges Leben führen und die Anforderungen des Alltags meistern zu können. Eine darüber hinausgehende
berufliche oder soziale Rehabilitation ist hingegen Aufgabe anderer Sozialleistungssysteme. Ein Hilfsmittel zum mittelbaren Behinderungsausgleich ist von der GKV daher nur zu gewähren, wenn
es die Auswirkungen der Behinderung im gesamten täglichen Leben beseitigt oder mildert und damit ein allgemeines Grundbedürfnis des täglichen Lebens betrifft.

Weiterhin muss sich ein Versicherter im häuslichen Bereich (Bad, Dusche) nicht auf Badewannenlifter, Duschhocker, Unterarmgehstützen und rutschfeste Matten verweisen lassen, denn der unmittelbare Behinderungsausgleich durch ein Körperersatzstück hat grundsätzlich
Vorrang gegenüber einem nur mittelbaren Ausgleich. Jedoch wie in allen anderen Bereichen der Leistungsgewährung der GKV auch, müssen die Leistungen nach § 33 SGB V ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein, sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.
Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen (§ 2 Abs 4 und § 12 Abs 1 SGB V).

Dem Gegenstand nach besteht für den unmittelbaren ebenso wie für den mittelbaren Behinderungsausgleich Anspruch auf die im Einzelfall ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Hilfsmittelversorgung, nicht jedoch auf eine Optimalversorgung. Die Kriterien der Eignung, Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Erforderlichkeit (vgl. § 2 Abs 4, § 12 Abs 1, § 33 Abs 1 SGB V) sind also nicht nur für die erstmalige Ausstattung mit einem bestimmten Hilfsmittel maßgeblich, sondern gelten auch für die Ersatzbeschaffung und sind deshalb wie bei dererstmaligen Bewilligung eines Hilfsmittels zu prüfen.

Daraus schließt der Gesetzgeber, dass Versicherte keinen Anspruch auf ein teureres Hilfsmittel haben, soweit die kostengünstigere Versorgung für den angestrebten Nachteilsausgleich funktionell in gleicher Weise geeignet ist (vgl BSG SozR 3-2500 § 33 Nr 26 S 153; stRspr). Mehrkosten, die z.B. für eine salzwasserfeste Badeprothese aufkommen würden, sind gemäß § 33 Abs 1 Satz 5 SGB V (ebenso § 31 Abs 3 SGB IX) von dem Versicherten selbst zu tragen. Demgemäß haben die Krankenkassen nicht für solche „Innovationen“ aufzukommen, die keine wesentlichen Gebrauchsvorteile für den Versicherten bewirken, sondern sich auf einen bloß besseren Komfort im Gebrauch oder eine bessere Optik beschränken (BSG SozR 3-2500 § 33 Nr 44; BSGE 93, 183,
188 = SozR 4-2500 § 33 Nr 8). Weswegen ein beinamputierter Versicherter von der Krankenkasse lediglich die Versorgung mit einer süßwasserfesten Badeprothese verlangen kann. Die Mehrkosten einer salzwasserfesten Ausführung hat der Versicherte selbst zu tragen.

– Anspruch auf hochwertige wasserfeste Prothesenpassteile –
Das Sozialgericht München hat die AOK Bayern dazu verurteilt, ihre Versicherte mit einer Badeprothese nach dem aktuellen Stand der Technik auszustatten.

Der 61jährigen fehlt seit 2006 der rechte Oberschenkel. Ihr Arzt verordnete ihr eine wasserfeste Prothese, die sie zum Duschen und für Schwimmbadbesuche nutzen möchte. Obwohl die AOK sie
für Ihren Alltag mit einer hochwertigen Prothese ausgestattet hat, lehnte Sie die Kosten für eine hochwertige Badeprothese mit hydraulischem Kniegelenk (Aqua Knie, Hersteller Fa. Ottobock) ab. Es wurde hingegen nur ein wasserfestes Schalenbein bewilligt, das einem steifen Bein gleichkommt und sich zum Sitzen entriegeln lässt. Das Gericht gab der Klage statt und begründete seine Entscheidung damit, dass bei Prothesenversorgungen für den Nassbereich keine qualitativen Abstriche gemacht werden dürften. Gerade bei feuchtem Untergrund sei die Rutschgefahr besonders groß. Im Übrigen könne die Kasse ihre Versicherte nicht im Alltag hochwertig und
ansonsten minderwertig versorgen.

Stand: 18.07.2013

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Neuer Vorstand Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V.

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Jun 032017
 

Neuer Vorstand Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V.

Auf der Mitgliederversammlung des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. wurde am Mittwoch, den 10. Mai 2017 im Allgäuhaus in Wertach nahezu einstimmig ein neuer Vorstand gewählt.

Neben dem Geschäftsführer des Selbsthilfezentrums München, Klaus Grothe-Bortlik, der nun schon zum dritten Mal für eine neue Amtszeit kandidierte und bei den Mitgliedern und Kooperationspartnern gleichermaßen geschätzt wird, wurden zwei sehr engagierte Frauen in den dreiköpfigen Vorstand gewählt.

Eine davon ist Renate Mitleger-Lehner aus München, die sich als Rechtsanwältin seit Jahren für das Thema Selbsthilfe engagiert.

Renate Mitleger-Lehner erzählte bei ihrer Vorstellung, dass ihr das Thema Selbsthilfe immer mehr ans Herz gewachsen sei. Nicht erst seit der Herausgabe des von ihr verfassten Bestsellers „Recht für Selbsthilfegruppen“, der erstmals im Jahre 2010 erschien, hat sie sich inhaltlich intensiv mit juristischen Fragen rund um die Selbsthilfe beschäftigt (z.B. in der Vorläuferbroschüre „Recht und Haftung für Selbsthilfegruppen, 1995“ oder als ehrenamtliche Beraterin einer Selbsthilfegruppe für Frauen in Trennungs- und Scheidungssituationen).

Seit 6 Jahren ist sie als Fortbildnerin für Selbsthilfegruppen, Organisationen und Selbsthilfekontaktstellen unterwegs. Dabei hat sich die Anwältin auch über die bayerischen Grenzen hinaus im gesamten Bundesgebiet für Selbsthilfe einen sehr guten Namen gemacht. In Bayern erweiterte sie ihre Vortragstätigkeit in den Bereich Bürgerschaftliches Engagement.

Ergänzt wird das Vorstandstrio durch Gudrun Hobrecht, einer Diplomsozialpädagogin, die beim Caritasverband Scheinfeld und Landkreis Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim seit 15 Jahren im Selbsthilfe-Büro vor Ort tätig ist. Gudrun Hobrecht erklärte, dass sie ihre langjährigen Erfahrungen als Selbsthilfeunterstützerin im ländlichen Raum einbringen möchte und sich über die neue verantwortungsvolle Aufgabe auf Landesebene sehr freut.

Die Geschäftsführerin der Selbsthilfekoordination Bayern, Theresa Keidel, gratulierte den drei gewählten Vorständen und freut sich mit ihrem Team und den anderen bayerischen Selbsthilfeberater/innen sehr auf eine gute Zusammenarbeit.

In Bayern gibt es 11 000 Selbsthilfegruppen zu ca. 900 Themen, die von den 32 selbsthilfeunterstützenden Einrichtungen des Vereins SeKo Bayern beraten und unterstützt werden.

Der Verein SeKo Bayern bietet Informationen, Fortbildungen, Großveranstaltungen und Kooperationen rund um das Thema Selbsthilfe an. Die nächste große Fachtagung findet am 8. Juli 2017 in Passau zum Thema „Sucht trifft DICH und MICH“ statt.

Mehr Informationen unter SEKO Bayern

 

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Anspruch auf Versorgung mit einer Sportprothese

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Mrz 012017
 

Newsletter 03/2017
Anspruch auf Versorgung mit einer Sportprothese

Kinder und Erwachsenen sind vor dem Gesetz nicht gleich. Das gilt im positiven Sinne bei Hilfsmittelversorgungen, die die Krankenkasse zahlen muss. Sind für Erwachsene die Grenzen zwischen Kassenleistungen und Nichtkassenleistung enger gesteckt, so können Kinder im Rahmen ihrer Schulausbildung und persönlichen Entwicklung vor Ihrer Krankenkasse mehr verlangen.

Für Kinder hat das Bundessozialgericht unter anderem entschieden, dass Hilfsmittel, die für den Schulsport verwendet werden, von der Krankenkasse zu bewilligen sind. Dies gilt insbesondere auch für Badeprothesen, da der Aufenthalt in Nassbereichen sogar für Erwachsene ein Grundbedürfnis des täglichen Lebens ist, dass durch Hilfsmittel zu ermöglichen ist. Eine Grenze zieht das Bundessozialgericht jedoch auch hier, wenn es sich um Hilfsmittel handelt, die ausschließlich für einen bestimmten Vereinssport gedacht sind (z.B. spezieller Basketballrollstuhl).

Für den privaten Lebensbereich gesteht das Bundessozialgericht behinderten Kindern auch behindertengerechte Dreiräder zu, während dies für Erwachsene nur für Therapiezwecke überhaupt möglich ist. Ein Kind soll sich nach dem höchsten deutschen Sozialgericht in die Gruppe Gleichaltriger integrieren können, um eine gesunde geistige Entwicklung nehmen zu können.

Zusammenfassend bleibt also festzustellen, dass das Kind alles das erhält, was im Rahmen der Schulausbildung an medizinischen Hilfsmitteln nötig ist. Im rein privaten Bereich wird es immer wieder auf den Einzelfall ankommen. Die Rechtsprechung ist hier lange noch nicht abgeschlossen.

Für Sie zusammengestellt von RA Ralf Müller
—————————–
Rechtsanwaltskanzlei Müller & Dr. Paul
Partnerschaftsgesellschaft
Strengerstr. 2
33330 Gütersloh

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Feste Abrechnungsposition

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Jan 012017
 

Newsletter 01/2017
Feste Abrechnungsposition für SiOX TF Pro im neuen BKK Vertrag

Die SiOCX TF Prothesenschäfte sorgen mit einer Kombination aus innovativen Materialien wie HTV-Silikon, Carbon Prepreg und flexiblem Dyneema-Gewebe für eine optimale Stumpfbettung und Prothesensteuerung. Die Folge sind größtmögliche Bewegungsfreiheit sowie höchste
Funktionalität und Stabilität. Das bequeme Sitzen, die starke Haftung im Schaft und der wirksame Schutz sensibler Stumpfbereiche können die Lebensqualität Ihrer Anwender im Alltag maßgeblich erhöhen.

Hinsichtlich der Erstattungssitiuation ist zu berichten, dass der SiOCX TF Pro im neuen BKK Vertrag (Stand 01.11.2016) unter der Position 24.06.43.1900 einen feste Abrechungsposition
bekommen hat.

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Die Zecke riecht uns

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Aug 272016
 

„Die Zecke riecht uns“

Warum Zecken mittlerweile auch in unseren Gärten zu finden sind, wie man sich vor ihnen schützen kann und ob eine Impfung sinnvoll ist, erklärt die Parasitologin Prof. Ute Mackenstedt im Interview mit Gesundheitsstadt Berlin.

Sie sagen, der Lebensraum der Zecke beginnt vor der eigenen Haustür. Im Großraum Stuttgart fanden Sie in 60 Prozent der Gärten Zecken. Lagen die Gärten in Waldnähe?

Ute Mackenstedt

Parasitologin Prof. Ute Mackenstedt forscht über Zecken

Prof. Ute Mackenstedt: Nicht unbedingt, wir haben sogar Zecken in Wohnsiedlungen im innerstädtischen Bereich gefunden.

Wieviel Zecken saßen im Durchschnitt in einem Garten?

Mackenstedt: In einem Garten fanden wir übers Jahr 1.600 Zecken, in anderen waren es nur 10 bis 20.

In Baden-Württemberg gibt es besonders viele Zecken?

Mackenstedt: Es gibt bei den Zecken ein Nord-Süd-Gefälle. In Bayern und Baden-Württemberg leben die meisten. Aber wir haben beobachtet, dass sie sich langsam nach Norden ausdehnen. Der gemeine Holzbock, über den ich forsche und der 95 Prozent der Zeckenpopulation ausmacht,  ist jetzt in Skandinavien und sogar am Polarkreis aufgetaucht. Es wurden in Skandinavien FSME-Infektionen durch Zeckenstiche gemeldet.

Warum breitet sich die Zecke nach Norden aus?

Mackenstedt: Wir führen das auf den Klimawandel zurück. Dadurch sind die Temperaturen gestiegen. Die Zecke mag Wärme und Feuchtigkeit. Ein schwülwarme Wetterlage mit hoher Luftfeuchtigkeit ist für sie perfekt. Und die Verbreitung der Zecke dehnt sich nicht nur horizontal sondern auch vertikal aus: Der Holzbock wird neuerdings auch in Gebirgen auf einer Höhe von 1.200 bis 1.500 Metern gefunden.

Welche Klima behagt der Zecke nicht?

Mackenstedt: Was sie nicht mag, ist eine trockene Umgebung. In trockenen, heißen Sommern wandert sie von Büschen und Gräsern in Richtung Erdboden, wo es noch feuchter ist. Es ist durchaus möglich, dass sie sich aus Gebieten, die sich im Zuge des Klimawandels zu Trockenregionen entwickeln, allmählich zurückzieht. Wir vermuten, dass aus dem Mittelmeerraum dann andere Zeckenarten hier einwandern. Wie zum Beispiel die braune Hundezecke. Sie hat sich an die Trockenheit angepasst und kann sogar in Wohnungen überleben.

Die Zecken machen auch keine Winterpause mehr wie früher?

Mackenstedt: Ja. Das liegt an den milden Wintern. Herrschen mehrere Tage hintereinander Temperaturen von 7 bis 9 Grad, wird die Zecke aktiv. In den vergangenen beiden Jahren war es um Weihnachten herum noch so warm, dass sie bis in den Januar hinein noch aktiv waren.

Hat die Zecke natürlich Feinde?

Mackenstedt: Hierzulande gibt es nur die Zeckenerzwespe, die Eier in der Zecke ablegt. Wenn die Zecke dann eine Blutmahlzeit einnimmt, entwickeln sich diese – und die Zecke stirbt. Wir experimentieren seit geraumer Zeit mit Pilzen und Fadenwürmern, die Zecken töten. Wir wissen bloß noch nicht genau, wie man die natürlichen Feinde einsetzen könnte.

Die Zecke ist also recht resistent gegen äußere Einwirkungen?

Mackenstedt: Zecken sind hart im Nehmen. Die beeindruckt so ziemlich gar nichts. Sie können von einer Blutmahlzeit 1 bis 1,5 Jahre zehren und haben eine unglaubliche Geduld. Der gesamte Entwicklungszyklus dauert 5 bis 7 Jahre: Das Weibchen legt Eier. Die Larven suchen sich ein Wirtstier, saugen Blut, lassen sich abfallen, häuten sich und entwickeln sich zur Nymphe. Die sucht sich ein Wirtstier, saugt, lässt sich abfallen, häutet sich und wird zur erwachsenen Zecke. Doch 99 Prozent ihrer Zeit verbringt die Zecke nicht auf dem Wirtstier sondern in der Vegetation.

Welche Wirtstiere benutzt die Zecke?

Mackenstedt: Sie nehmen was kommt. Nagetiere, Igel, Vögel, Rehe, Füchse, Dachse. Der Mensch ist also nicht das einzige Wirtstier.

Wie findet die Zecke ihr Wirtstier?

Mackenstedt: Der Holzbock ist blind. Zecken riechen uns. Sitzen sie auf einem Grashalm strecken sie das vordere Beinpaar in die Luft. Auf dem befinden sich Sinnesorgane, die das ausgeatmete Kohlenmonoxid oder Schweiß erfassen. Darauf reagiert sie – und wechselt blitzschnell auf das Wirtstier oder den Menschen.

Woher kommen die FSME-Viren oder Borrelien, die beim Menschen Borreliose oder die gefährliche Frühsommermeningoenzephalitis auslösen lönnen?

Mackenstedt: Die Wirtstiere sind infiziert, meist aber immun gegen diese Erreger. Teilweise tragen sie auch beide in sich. Die Zecke nimmt sie beim Blutsaugen auf, behält sie in jedem Entwicklungsstadium und kann sie auf andere Wirtstiere und auch den Menschen übertragen.

Wie kommt die Zecke vom Nagetier im Wald in meinen Garten?

Mackenstedt: Häufig durch Transportwirte, die weitere Strecken zurücklegen, also Rehe, Füchse oder Hunde.

Können Hunde auch an den Erregern erkranken?

Mackenstedt: Hunde können an FSME erkranken und an Lähmungserscheinungen leiden.

Gegen FSME kann mit einer Impfung vorbeugen. Wer sollte sich impfen lassen?

Mackenstedt: 80 Prozent der FSME-Fälle werden bislang in Bayern und Baden-Württemberg gemeldet, doch jedes Jahr kommen ein oder zwei neue Landkreise hinzu, die auch als Hochrisikogebiete gelten, besonders im Südosten, Sachsen, Thüringen. Wer sich in einem Hochrisikogebiet aufhält und dort viel draußen unterwegs ist, sollte über eine Impfung nachdenken. Der Impfstoff wurde 2006 neu formuliert und ist seitdem weitgehend nebenwirkungsfrei. Einen Borreliose-Impfstoff zu entwicklen, ist weitaus schwieriger, da es viele verschiedene Borrelien-Arten gibt.

Wie hoch ist die FSME-Impfrate in Deutschland?

Mackenstedt: Zwischen 20 bis 30 Prozent. Meiner Meinung nach ist das zu wenig. In Österreich wurde nach vielen FSME-Erkrankungen vor Jahren eine FSME-Impfkampagne gestartet. Mittlerweile liegt die Impfrate dort bei über 80 Prozent – und die Zahl der gemeldeten FSME-Fälle ist deutlich gesunken. Da ist also hierzulande noch Luft nach oben.

Wie kann man sich gegen Zecken schützen?

Mackenstedt: Das wichtigste ist, sich nach Spaziergängen oder Aufenthalten im Freien abends abzusuchen. Die Zecke wandert noch einige Zeit auf dem Menschen herum, um sich einen geeigneten Platz zu suchen, bevor sie zusticht und mit der Blutmahlzeit beginnt – Hautfalten etwa, in denen es etwas feuchter ist. Hat sie sich bereits festgesaugt, sollte man sie so schnell wie möglich entfernen. Borrelien werden erst nach einer Saugzeit von 12 bis 14 Stunden übertragen. Insektenschutzmittel bieten keinen 100prozentigen Schutz, aber das Risiko eines Zeckenbisses sinkt dadurch um 70 bis 80 Prozent.

Prof. Ute Mackenstedt ist Zoologin und leitet den Fachbereichs Parasitologie an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

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Kassen zahlen schmerzfreies Blutzucker-Messgerät

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Aug 272016
 

Diabetes: Kassen zahlen schmerzfreies Blutzucker-Messgerät

Nie wieder Pieksen: Für Diabetes-Patienten übernehmen gesetzliche Krankenkassen demnächst die Kosten für Messgeräte, die den Blutzucker mit einem schmerzfreien Sensor messen. Das entschied der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA).
Blutzucker dauerhaft messen mit Sensor

Blutzucker dauerhaft messen mit Sensor

Diabetes-Patienten müssen ihren Blutzuckerspiegel ständig im Blick behalten. Bislang ist dafür ein Einstich in die Fingerkuppe, ein Teststreifen, um den Bluttropfen aufzufangen und ein Messgerät, um den Teststreifen auszulesen, nötig. Der Glukose-Wert wird dabei punktuell gemessen. Die neuen Geräte überwachen den Blutzucker dauerhaft.

Das funktioniert so: Ein kleiner Sensor in der Haut misst den Blutzucker im Zellzwischenwasser des Unterhautfettgewebes. Er sendet die Werte an ein Empfangsgerät, das der Diabetiker immer bei sich trägt. Dieses Gerät hat eine Alarmfunktion: Nähert sich der Blutzucker einem individuell festgelegten, kritischen Wert, warnt das Gerät die Betroffenen durch Piepsen und Vibrationen – auch nachts. Bislang mussten die Patienten diese Real-Time-Messgeräte, auch CGMS (Continuous Glucose Monitoring System) genannt, selber zahlen.

Diabetes: Schwankender Blutzuckerwert schädigt Gefäße

Bei manchen Diabetikern schwankt der Blutzuckerwert so stark, dass es immer wieder zu gefährlichen Unterzuckerungen (Hypoglykämien) kommt. Darum müssen sie eine Insulinpumpe tragen oder unterschiedlich wirkende Insuline kombinieren. Vor allem diesen Patienten erleichtert ein CGMS das Krankheitsmanagement. Darauf weist das Infozentrum für Prävention und Früherkennung hin.

Studien zeigen: Je stabiler der Blutzuckerwert, desto länger bleiben Diabetiker gesund. So schädigen stark schwankende Werte und ein dauerhaft schlecht einstellbarer Diabetes langfristig Nerven, Gefäße, Herz und Nieren. Eine akute Unterzuckerung (Hypoglykämie) kann sogar lebensbedrohliche Formen annehmen, wenn der Kreislauf versagt und Betroffene ins Koma fallen.

Diabetes: Kassen zahlen schmerzfreies Blutzucker-Messgerät

Um ein Real-Time-Messgerät zu bekommen, benötigen Patienten eine Verordnung. Ausstellen können diese laut G-BA-Beschluss alle Internisten, Allgemein- und Kinderärzte mit der Anerkennung Diabetologie DDG oder einer vergleichbaren Qualifikation sowie Kinderärzte mit der Anerkennung Kinderendokrinologie und -diabetologie. Da nicht alle Diabetes-Patienten ein CGMS brauchen, prüfen die Krankenkassen weiterhin den Einzelfall.

Diabetes: Wer Anspruch auf ein Real-Time-Messgerät hat

Voraussetzung für die Übernahme sind ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus, eine intensivierte
Insulinbehandlung und dass die festgelegten individuellen Therapieziele auch bei Beachtung der
jeweiligen Lebenssituation schwer erreicht werden können. Der Patient muss außerdem vor der ersten
Anwendung des Messsystems in der Anwendung des Gerätes geschult sein. Der Beschluss des G-BA
muss nun noch vom Bundesgesundheitsministerium gebilligt werden.

Der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) empfiehlt betroffenen Patienten, schon jetzt einen Antrag auf ein
CGMS bei ihrer Krankenkasse zu stellen. Der DDB berät bei der Formulierung. Patienten, die wegen
eines ablehnenden Bescheids für ein CGMS schon im Widerspruchsverfahren mit der Krankenkasse
sind, sollten dies in jedem Fall aufrechterhalten, um keine Fristen zu versäumen.
Foto: Nintamed/Dexcom
quelle: Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Autor: bab

Zu viele Amputationen

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Aug 272016
 

Diabetischer Fuß

DDG: Zu viele Amputationen

19.02.2016

Foto: © Marco2811 - Fotolia.com

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In Deutschland werden zu viele Füße in Folge einer Diabeteserkrankung amputiert. Um die Amputationszahlen zu senken, fordert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ein obligatorisches Zweit meinungsverfahren vor einem solchen Eingriff.

Zugleich sind andere Vergütungsstrukturen notwendig, erklärten Experten auf der Jahrespressekonferenz der DDG, bei der die Qualität der Versorgungsstrukturen für Menschen mit Diabetes im Mittelpunkt steht. Für den Erhalt der Extremitäten müsse es einen Bonus geben, da eine solche Behandlung mit längeren Liegezeiten und damit mehr Aufwand als bei einer Amputation verbunden ist.

Etwa 50.000 Füße werden jährlich in Deutschland als Folge einer Diabeteserkrankung amputiert – alle 15 Minuten verliert ein Mensch eine Extremität. „Diese Zahl ist, auch im internationalen Vergleich, viel zu hoch“, stellt Professor Dr. med. Ralf Lobmann fest, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der DDG. Die Häufigkeit ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen. „Zum einen kommen viele Patienten mit schlechtheilenden chronischen Fußwunden zu spät in spezialisierte Zentren, oft erst nach zwölf Wochen und später“, so Lobmann. In den Zentren können inter disziplinäre Expertenteams aus Diabetologen, Gefäßchirurgen, Orthopäden, Podologen und Schuhmachern eine große Bandbreite an Therapien und Maßnahmenausschöpfen, um eine Amputation zu vermeiden.

Zahlen belegen dies. „Während die Rate von Majoramputationen, also Abtrennungen des Fußes oberhalb des Knöchels, in spezialisierten Zentren bei 3,1 Prozentliegt, beläuft sich die Quote in der Allgemeinversorgung auf zehn bis zwanzig Prozent“, erläutert Lobmann. Eine Majoramputation zu vermeiden, ist jedoch oberstes Gebot bei der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Denn das Ausmaß der Extremitäten-Entfernung hat Auswirkungen auf die Lebenserwartung – nur ein Viertel der Patienten überlebt nach einer Majoramputation fünf Jahre, bei der Abtrennung von Fußteilen unterhalb des Knöchels („Minoramputation“) sind es dagegen 80 Prozent. „Daher fordern wir vor einer Amputation das obligatorische Einholen einer qualifizierten Zweitmeinung“, betont der DDG Experte. Ähnliche Regelungen gibt es etwa auch in Holland, wo Diabetespatienten mit schlechtheilenden Wunden, die länger als fünf Wochen bestehen, in spezialisierten Zentren behandelt werden müssen.

Eine weitere Ursache für die hohe Amputationsrate in der Bundesrepublik liegt nach Ansicht der Fachgesellschaft im derzeitigen Vergütungssystem begründet. „Hierbestehen finanzielle Fehlanreize, die wir beseitigen möchten“, erläutert Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der DDG. Eine Amputation ist vergleichsweise auskömmlich finanziert. Doch Behandlungen, die dem Erhalt der Extremität dienen, sind häufig langwierig und mit Klinikaufenthalten von bis zu 40 Tagen verbunden. „Dieser Aufwand bildet sich in der Vergütung bisher nicht ab“, kritisiert Gallwitz. „Wir schlagen daher einen Bonus für die Rettung des Fußes vor.“

Das diabetologische Fußsyndrom ist eine der häufigen Folgen einer Diabetes-Erkrankung – jedes Jahr erkranken etwa 250 000 Patienten daran. Es ist der häufigste Grund für eine Amputation. „Der Umgang mit dem diabetologischen Fußsyndrom in unserem Gesundheitswesen ist symptomatisch für die Finanzierung der gesamten Diabetologie“, sagt Lobmann. „Sie betreibt im Umgang mit häufigmultimorbiden Patienten einen hohen Aufwand, ist aber nur unangemessen finanziert.“

Die DDG setzt sich seit Jahren dafür ein, die Versorgungsstrukturen für Menschen mit Diabetes zu verbessern. Das gilt auch für die Patienten mit einem diabetologischen Fußsyndrom. Dessen erste Anzeichen sind Taubheitsgefühle, Kribbeln, Brennen und Stechen, das an den Zehen beginnt. Betroffene, die vor einer Amputation stehen, können sich an Spezialzentren wenden, die von der DDG zertifiziert worden sind. Aktuell zählen dazu 201 ambulante und 78 stationäre Einrichtungen, gelistet unter http://www.ag-fuss-ddg.de.

Quellen: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

Amputation der Füße ist häufig vermeidbar!

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Aug 272016
 

Diabetes: Amputation der Füße ist häufig vermeidbar

50.000 Fußamputationen bei Diabetikern pro Jahr sind aus Expertensicht zu viel – auch im internationalen Vergleich. Das sagte heute Professor Ralf Lobmann von der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß in der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Berlin. Viele Fußamputationen seien vermeidbar. Zur Senkung der Zahlen müsse ein verpflichtendes Verfahren eingeführt werden, bei dem eine Zweitmeinung eingeholt wird.

Ursache für das Amputieren sei, dass viele Menschen mit schlecht heilenden Wunden erst nach drei Monaten oder später in eines der Spezialzentren kämen. Dort lasse sich die OP häufiger abwenden. Es gebe aber auch finanzielle Fehlanreize: Während eine Amputation «auskömmlich finanziert» sei, werde der aufwendigere Erhalt des Fußes nicht ausreichend gut vergütet. DDG-Präsident Baptist Gallwitz sprach sich für Bonuszahlungen aus, wenn Füße gerettet werden.

Häufigster Grund für Amputationen ist den Angaben zufolge das diabetische Fußsyndrom, eine Komplikation, an der pro Jahr 250.000 Menschen erkranken. Der erhöhte Blutzucker bei Diabetikern kann zu Nervenschäden führen, sodass selbst kleinste Verletzungen nicht rechtzeitig wahrgenommen werden und chronische Wunden entstehen. Die Heilung ist bei Diabetes ebenfalls beeinträchtigt.

Behindertenparkplätze

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Aug 272016
 

Behinderung

©Querschnitt/pixelio.de

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Behindertenparkplätze nur für Menschen mit starker Gehbehinderung- LSG Stuttgart: Platzbedarf beim Ein- und Aussteigen reicht nicht Menschen, die wegen einer Behinderung viel Platz zum Ein- und Aussteigen aus ihrem Autobenötigen, dürfen deswegen noch nicht die Behindertenparkplätze nutzen. Diese seien Menschen vorbehalten, die besonders schwer laufen können, wie das Landessozialgericht (LSG) Baden-Württemberg in einem am Samstag, 24. August2013, veröffentlichten Urteil entschied(Aktenzeichen: L 6 SB 5053/12).

Es wies damit einen Mann aus Baden-Württemberg ab, der das Merkzeichen aG (außergewöhnliche Gehbehinderung) in seinen Behindertenausweiseingetragen haben wollte. Zur Begründung verwies er auf Schmerzen beim Gehen nach mehreren Hüftoperationen. Zudem müsse er spezielle orthopädische Schuhe tragen. Mit diesen Schuhen könne er nur bei weit geöffneter Autotür in sein Fahrzeug ein- und aussteigen. Daher sei er auf die breiten Behindertenparkplätze angewiesen. Doch die Einschränkungen beim Gehen reichten nach Einschätzung des LSG für das Merkzeichen aG nicht aus. Dass der Mann nacheigenem Bekunden auf weitgeöffnete Autotüren angewiesen ist, rechtfertige ebenfalls das begehrte Merkzeichen nicht. Es sei hierfür schlicht nicht gedacht, erklärte das LSG in seinem jetzt schriftlich veröffentlichten Urteil vom 20. Juni 2013. Das Recht auf Nutzung der Behindertenparkplätze diene dazu, „einen behinderten Menschen wegen der Beeinträchtigung seiner Gehfähigkeit möglichst nahe an sein Ziel fahren zu lassen“.