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Neuer Vorstand Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V.

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Jun 032017
 

Neuer Vorstand Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V.

Auf der Mitgliederversammlung des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. wurde am Mittwoch, den 10. Mai 2017 im Allgäuhaus in Wertach nahezu einstimmig ein neuer Vorstand gewählt.

Neben dem Geschäftsführer des Selbsthilfezentrums München, Klaus Grothe-Bortlik, der nun schon zum dritten Mal für eine neue Amtszeit kandidierte und bei den Mitgliedern und Kooperationspartnern gleichermaßen geschätzt wird, wurden zwei sehr engagierte Frauen in den dreiköpfigen Vorstand gewählt.

Eine davon ist Renate Mitleger-Lehner aus München, die sich als Rechtsanwältin seit Jahren für das Thema Selbsthilfe engagiert.

Renate Mitleger-Lehner erzählte bei ihrer Vorstellung, dass ihr das Thema Selbsthilfe immer mehr ans Herz gewachsen sei. Nicht erst seit der Herausgabe des von ihr verfassten Bestsellers „Recht für Selbsthilfegruppen“, der erstmals im Jahre 2010 erschien, hat sie sich inhaltlich intensiv mit juristischen Fragen rund um die Selbsthilfe beschäftigt (z.B. in der Vorläuferbroschüre „Recht und Haftung für Selbsthilfegruppen, 1995“ oder als ehrenamtliche Beraterin einer Selbsthilfegruppe für Frauen in Trennungs- und Scheidungssituationen).

Seit 6 Jahren ist sie als Fortbildnerin für Selbsthilfegruppen, Organisationen und Selbsthilfekontaktstellen unterwegs. Dabei hat sich die Anwältin auch über die bayerischen Grenzen hinaus im gesamten Bundesgebiet für Selbsthilfe einen sehr guten Namen gemacht. In Bayern erweiterte sie ihre Vortragstätigkeit in den Bereich Bürgerschaftliches Engagement.

Ergänzt wird das Vorstandstrio durch Gudrun Hobrecht, einer Diplomsozialpädagogin, die beim Caritasverband Scheinfeld und Landkreis Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim seit 15 Jahren im Selbsthilfe-Büro vor Ort tätig ist. Gudrun Hobrecht erklärte, dass sie ihre langjährigen Erfahrungen als Selbsthilfeunterstützerin im ländlichen Raum einbringen möchte und sich über die neue verantwortungsvolle Aufgabe auf Landesebene sehr freut.

Die Geschäftsführerin der Selbsthilfekoordination Bayern, Theresa Keidel, gratulierte den drei gewählten Vorständen und freut sich mit ihrem Team und den anderen bayerischen Selbsthilfeberater/innen sehr auf eine gute Zusammenarbeit.

In Bayern gibt es 11 000 Selbsthilfegruppen zu ca. 900 Themen, die von den 32 selbsthilfeunterstützenden Einrichtungen des Vereins SeKo Bayern beraten und unterstützt werden.

Der Verein SeKo Bayern bietet Informationen, Fortbildungen, Großveranstaltungen und Kooperationen rund um das Thema Selbsthilfe an. Die nächste große Fachtagung findet am 8. Juli 2017 in Passau zum Thema „Sucht trifft DICH und MICH“ statt.

Mehr Informationen unter SEKO Bayern

 

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Die Zecke riecht uns

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Aug 272016
 

„Die Zecke riecht uns“

Warum Zecken mittlerweile auch in unseren Gärten zu finden sind, wie man sich vor ihnen schützen kann und ob eine Impfung sinnvoll ist, erklärt die Parasitologin Prof. Ute Mackenstedt im Interview mit Gesundheitsstadt Berlin.

Sie sagen, der Lebensraum der Zecke beginnt vor der eigenen Haustür. Im Großraum Stuttgart fanden Sie in 60 Prozent der Gärten Zecken. Lagen die Gärten in Waldnähe?

Ute Mackenstedt

Parasitologin Prof. Ute Mackenstedt forscht über Zecken

Prof. Ute Mackenstedt: Nicht unbedingt, wir haben sogar Zecken in Wohnsiedlungen im innerstädtischen Bereich gefunden.

Wieviel Zecken saßen im Durchschnitt in einem Garten?

Mackenstedt: In einem Garten fanden wir übers Jahr 1.600 Zecken, in anderen waren es nur 10 bis 20.

In Baden-Württemberg gibt es besonders viele Zecken?

Mackenstedt: Es gibt bei den Zecken ein Nord-Süd-Gefälle. In Bayern und Baden-Württemberg leben die meisten. Aber wir haben beobachtet, dass sie sich langsam nach Norden ausdehnen. Der gemeine Holzbock, über den ich forsche und der 95 Prozent der Zeckenpopulation ausmacht,  ist jetzt in Skandinavien und sogar am Polarkreis aufgetaucht. Es wurden in Skandinavien FSME-Infektionen durch Zeckenstiche gemeldet.

Warum breitet sich die Zecke nach Norden aus?

Mackenstedt: Wir führen das auf den Klimawandel zurück. Dadurch sind die Temperaturen gestiegen. Die Zecke mag Wärme und Feuchtigkeit. Ein schwülwarme Wetterlage mit hoher Luftfeuchtigkeit ist für sie perfekt. Und die Verbreitung der Zecke dehnt sich nicht nur horizontal sondern auch vertikal aus: Der Holzbock wird neuerdings auch in Gebirgen auf einer Höhe von 1.200 bis 1.500 Metern gefunden.

Welche Klima behagt der Zecke nicht?

Mackenstedt: Was sie nicht mag, ist eine trockene Umgebung. In trockenen, heißen Sommern wandert sie von Büschen und Gräsern in Richtung Erdboden, wo es noch feuchter ist. Es ist durchaus möglich, dass sie sich aus Gebieten, die sich im Zuge des Klimawandels zu Trockenregionen entwickeln, allmählich zurückzieht. Wir vermuten, dass aus dem Mittelmeerraum dann andere Zeckenarten hier einwandern. Wie zum Beispiel die braune Hundezecke. Sie hat sich an die Trockenheit angepasst und kann sogar in Wohnungen überleben.

Die Zecken machen auch keine Winterpause mehr wie früher?

Mackenstedt: Ja. Das liegt an den milden Wintern. Herrschen mehrere Tage hintereinander Temperaturen von 7 bis 9 Grad, wird die Zecke aktiv. In den vergangenen beiden Jahren war es um Weihnachten herum noch so warm, dass sie bis in den Januar hinein noch aktiv waren.

Hat die Zecke natürlich Feinde?

Mackenstedt: Hierzulande gibt es nur die Zeckenerzwespe, die Eier in der Zecke ablegt. Wenn die Zecke dann eine Blutmahlzeit einnimmt, entwickeln sich diese – und die Zecke stirbt. Wir experimentieren seit geraumer Zeit mit Pilzen und Fadenwürmern, die Zecken töten. Wir wissen bloß noch nicht genau, wie man die natürlichen Feinde einsetzen könnte.

Die Zecke ist also recht resistent gegen äußere Einwirkungen?

Mackenstedt: Zecken sind hart im Nehmen. Die beeindruckt so ziemlich gar nichts. Sie können von einer Blutmahlzeit 1 bis 1,5 Jahre zehren und haben eine unglaubliche Geduld. Der gesamte Entwicklungszyklus dauert 5 bis 7 Jahre: Das Weibchen legt Eier. Die Larven suchen sich ein Wirtstier, saugen Blut, lassen sich abfallen, häuten sich und entwickeln sich zur Nymphe. Die sucht sich ein Wirtstier, saugt, lässt sich abfallen, häutet sich und wird zur erwachsenen Zecke. Doch 99 Prozent ihrer Zeit verbringt die Zecke nicht auf dem Wirtstier sondern in der Vegetation.

Welche Wirtstiere benutzt die Zecke?

Mackenstedt: Sie nehmen was kommt. Nagetiere, Igel, Vögel, Rehe, Füchse, Dachse. Der Mensch ist also nicht das einzige Wirtstier.

Wie findet die Zecke ihr Wirtstier?

Mackenstedt: Der Holzbock ist blind. Zecken riechen uns. Sitzen sie auf einem Grashalm strecken sie das vordere Beinpaar in die Luft. Auf dem befinden sich Sinnesorgane, die das ausgeatmete Kohlenmonoxid oder Schweiß erfassen. Darauf reagiert sie – und wechselt blitzschnell auf das Wirtstier oder den Menschen.

Woher kommen die FSME-Viren oder Borrelien, die beim Menschen Borreliose oder die gefährliche Frühsommermeningoenzephalitis auslösen lönnen?

Mackenstedt: Die Wirtstiere sind infiziert, meist aber immun gegen diese Erreger. Teilweise tragen sie auch beide in sich. Die Zecke nimmt sie beim Blutsaugen auf, behält sie in jedem Entwicklungsstadium und kann sie auf andere Wirtstiere und auch den Menschen übertragen.

Wie kommt die Zecke vom Nagetier im Wald in meinen Garten?

Mackenstedt: Häufig durch Transportwirte, die weitere Strecken zurücklegen, also Rehe, Füchse oder Hunde.

Können Hunde auch an den Erregern erkranken?

Mackenstedt: Hunde können an FSME erkranken und an Lähmungserscheinungen leiden.

Gegen FSME kann mit einer Impfung vorbeugen. Wer sollte sich impfen lassen?

Mackenstedt: 80 Prozent der FSME-Fälle werden bislang in Bayern und Baden-Württemberg gemeldet, doch jedes Jahr kommen ein oder zwei neue Landkreise hinzu, die auch als Hochrisikogebiete gelten, besonders im Südosten, Sachsen, Thüringen. Wer sich in einem Hochrisikogebiet aufhält und dort viel draußen unterwegs ist, sollte über eine Impfung nachdenken. Der Impfstoff wurde 2006 neu formuliert und ist seitdem weitgehend nebenwirkungsfrei. Einen Borreliose-Impfstoff zu entwicklen, ist weitaus schwieriger, da es viele verschiedene Borrelien-Arten gibt.

Wie hoch ist die FSME-Impfrate in Deutschland?

Mackenstedt: Zwischen 20 bis 30 Prozent. Meiner Meinung nach ist das zu wenig. In Österreich wurde nach vielen FSME-Erkrankungen vor Jahren eine FSME-Impfkampagne gestartet. Mittlerweile liegt die Impfrate dort bei über 80 Prozent – und die Zahl der gemeldeten FSME-Fälle ist deutlich gesunken. Da ist also hierzulande noch Luft nach oben.

Wie kann man sich gegen Zecken schützen?

Mackenstedt: Das wichtigste ist, sich nach Spaziergängen oder Aufenthalten im Freien abends abzusuchen. Die Zecke wandert noch einige Zeit auf dem Menschen herum, um sich einen geeigneten Platz zu suchen, bevor sie zusticht und mit der Blutmahlzeit beginnt – Hautfalten etwa, in denen es etwas feuchter ist. Hat sie sich bereits festgesaugt, sollte man sie so schnell wie möglich entfernen. Borrelien werden erst nach einer Saugzeit von 12 bis 14 Stunden übertragen. Insektenschutzmittel bieten keinen 100prozentigen Schutz, aber das Risiko eines Zeckenbisses sinkt dadurch um 70 bis 80 Prozent.

Prof. Ute Mackenstedt ist Zoologin und leitet den Fachbereichs Parasitologie an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

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Kassen zahlen schmerzfreies Blutzucker-Messgerät

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Aug 272016
 

Diabetes: Kassen zahlen schmerzfreies Blutzucker-Messgerät

Nie wieder Pieksen: Für Diabetes-Patienten übernehmen gesetzliche Krankenkassen demnächst die Kosten für Messgeräte, die den Blutzucker mit einem schmerzfreien Sensor messen. Das entschied der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA).
Blutzucker dauerhaft messen mit Sensor

Blutzucker dauerhaft messen mit Sensor

Diabetes-Patienten müssen ihren Blutzuckerspiegel ständig im Blick behalten. Bislang ist dafür ein Einstich in die Fingerkuppe, ein Teststreifen, um den Bluttropfen aufzufangen und ein Messgerät, um den Teststreifen auszulesen, nötig. Der Glukose-Wert wird dabei punktuell gemessen. Die neuen Geräte überwachen den Blutzucker dauerhaft.

Das funktioniert so: Ein kleiner Sensor in der Haut misst den Blutzucker im Zellzwischenwasser des Unterhautfettgewebes. Er sendet die Werte an ein Empfangsgerät, das der Diabetiker immer bei sich trägt. Dieses Gerät hat eine Alarmfunktion: Nähert sich der Blutzucker einem individuell festgelegten, kritischen Wert, warnt das Gerät die Betroffenen durch Piepsen und Vibrationen – auch nachts. Bislang mussten die Patienten diese Real-Time-Messgeräte, auch CGMS (Continuous Glucose Monitoring System) genannt, selber zahlen.

Diabetes: Schwankender Blutzuckerwert schädigt Gefäße

Bei manchen Diabetikern schwankt der Blutzuckerwert so stark, dass es immer wieder zu gefährlichen Unterzuckerungen (Hypoglykämien) kommt. Darum müssen sie eine Insulinpumpe tragen oder unterschiedlich wirkende Insuline kombinieren. Vor allem diesen Patienten erleichtert ein CGMS das Krankheitsmanagement. Darauf weist das Infozentrum für Prävention und Früherkennung hin.

Studien zeigen: Je stabiler der Blutzuckerwert, desto länger bleiben Diabetiker gesund. So schädigen stark schwankende Werte und ein dauerhaft schlecht einstellbarer Diabetes langfristig Nerven, Gefäße, Herz und Nieren. Eine akute Unterzuckerung (Hypoglykämie) kann sogar lebensbedrohliche Formen annehmen, wenn der Kreislauf versagt und Betroffene ins Koma fallen.

Diabetes: Kassen zahlen schmerzfreies Blutzucker-Messgerät

Um ein Real-Time-Messgerät zu bekommen, benötigen Patienten eine Verordnung. Ausstellen können diese laut G-BA-Beschluss alle Internisten, Allgemein- und Kinderärzte mit der Anerkennung Diabetologie DDG oder einer vergleichbaren Qualifikation sowie Kinderärzte mit der Anerkennung Kinderendokrinologie und -diabetologie. Da nicht alle Diabetes-Patienten ein CGMS brauchen, prüfen die Krankenkassen weiterhin den Einzelfall.

Diabetes: Wer Anspruch auf ein Real-Time-Messgerät hat

Voraussetzung für die Übernahme sind ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus, eine intensivierte
Insulinbehandlung und dass die festgelegten individuellen Therapieziele auch bei Beachtung der
jeweiligen Lebenssituation schwer erreicht werden können. Der Patient muss außerdem vor der ersten
Anwendung des Messsystems in der Anwendung des Gerätes geschult sein. Der Beschluss des G-BA
muss nun noch vom Bundesgesundheitsministerium gebilligt werden.

Der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) empfiehlt betroffenen Patienten, schon jetzt einen Antrag auf ein
CGMS bei ihrer Krankenkasse zu stellen. Der DDB berät bei der Formulierung. Patienten, die wegen
eines ablehnenden Bescheids für ein CGMS schon im Widerspruchsverfahren mit der Krankenkasse
sind, sollten dies in jedem Fall aufrechterhalten, um keine Fristen zu versäumen.
Foto: Nintamed/Dexcom
quelle: Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Autor: bab

Zu viele Amputationen

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Aug 272016
 

Diabetischer Fuß

DDG: Zu viele Amputationen

19.02.2016

Foto: © Marco2811 - Fotolia.com

Foto: © Marco2811 – Fotolia.com

In Deutschland werden zu viele Füße in Folge einer Diabeteserkrankung amputiert. Um die Amputationszahlen zu senken, fordert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ein obligatorisches Zweit meinungsverfahren vor einem solchen Eingriff.

Zugleich sind andere Vergütungsstrukturen notwendig, erklärten Experten auf der Jahrespressekonferenz der DDG, bei der die Qualität der Versorgungsstrukturen für Menschen mit Diabetes im Mittelpunkt steht. Für den Erhalt der Extremitäten müsse es einen Bonus geben, da eine solche Behandlung mit längeren Liegezeiten und damit mehr Aufwand als bei einer Amputation verbunden ist.

Etwa 50.000 Füße werden jährlich in Deutschland als Folge einer Diabeteserkrankung amputiert – alle 15 Minuten verliert ein Mensch eine Extremität. „Diese Zahl ist, auch im internationalen Vergleich, viel zu hoch“, stellt Professor Dr. med. Ralf Lobmann fest, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der DDG. Die Häufigkeit ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen. „Zum einen kommen viele Patienten mit schlechtheilenden chronischen Fußwunden zu spät in spezialisierte Zentren, oft erst nach zwölf Wochen und später“, so Lobmann. In den Zentren können inter disziplinäre Expertenteams aus Diabetologen, Gefäßchirurgen, Orthopäden, Podologen und Schuhmachern eine große Bandbreite an Therapien und Maßnahmenausschöpfen, um eine Amputation zu vermeiden.

Zahlen belegen dies. „Während die Rate von Majoramputationen, also Abtrennungen des Fußes oberhalb des Knöchels, in spezialisierten Zentren bei 3,1 Prozentliegt, beläuft sich die Quote in der Allgemeinversorgung auf zehn bis zwanzig Prozent“, erläutert Lobmann. Eine Majoramputation zu vermeiden, ist jedoch oberstes Gebot bei der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Denn das Ausmaß der Extremitäten-Entfernung hat Auswirkungen auf die Lebenserwartung – nur ein Viertel der Patienten überlebt nach einer Majoramputation fünf Jahre, bei der Abtrennung von Fußteilen unterhalb des Knöchels („Minoramputation“) sind es dagegen 80 Prozent. „Daher fordern wir vor einer Amputation das obligatorische Einholen einer qualifizierten Zweitmeinung“, betont der DDG Experte. Ähnliche Regelungen gibt es etwa auch in Holland, wo Diabetespatienten mit schlechtheilenden Wunden, die länger als fünf Wochen bestehen, in spezialisierten Zentren behandelt werden müssen.

Eine weitere Ursache für die hohe Amputationsrate in der Bundesrepublik liegt nach Ansicht der Fachgesellschaft im derzeitigen Vergütungssystem begründet. „Hierbestehen finanzielle Fehlanreize, die wir beseitigen möchten“, erläutert Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der DDG. Eine Amputation ist vergleichsweise auskömmlich finanziert. Doch Behandlungen, die dem Erhalt der Extremität dienen, sind häufig langwierig und mit Klinikaufenthalten von bis zu 40 Tagen verbunden. „Dieser Aufwand bildet sich in der Vergütung bisher nicht ab“, kritisiert Gallwitz. „Wir schlagen daher einen Bonus für die Rettung des Fußes vor.“

Das diabetologische Fußsyndrom ist eine der häufigen Folgen einer Diabetes-Erkrankung – jedes Jahr erkranken etwa 250 000 Patienten daran. Es ist der häufigste Grund für eine Amputation. „Der Umgang mit dem diabetologischen Fußsyndrom in unserem Gesundheitswesen ist symptomatisch für die Finanzierung der gesamten Diabetologie“, sagt Lobmann. „Sie betreibt im Umgang mit häufigmultimorbiden Patienten einen hohen Aufwand, ist aber nur unangemessen finanziert.“

Die DDG setzt sich seit Jahren dafür ein, die Versorgungsstrukturen für Menschen mit Diabetes zu verbessern. Das gilt auch für die Patienten mit einem diabetologischen Fußsyndrom. Dessen erste Anzeichen sind Taubheitsgefühle, Kribbeln, Brennen und Stechen, das an den Zehen beginnt. Betroffene, die vor einer Amputation stehen, können sich an Spezialzentren wenden, die von der DDG zertifiziert worden sind. Aktuell zählen dazu 201 ambulante und 78 stationäre Einrichtungen, gelistet unter http://www.ag-fuss-ddg.de.

Quellen: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

Amputation der Füße ist häufig vermeidbar!

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Aug 272016
 

Diabetes: Amputation der Füße ist häufig vermeidbar

50.000 Fußamputationen bei Diabetikern pro Jahr sind aus Expertensicht zu viel – auch im internationalen Vergleich. Das sagte heute Professor Ralf Lobmann von der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß in der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Berlin. Viele Fußamputationen seien vermeidbar. Zur Senkung der Zahlen müsse ein verpflichtendes Verfahren eingeführt werden, bei dem eine Zweitmeinung eingeholt wird.

Ursache für das Amputieren sei, dass viele Menschen mit schlecht heilenden Wunden erst nach drei Monaten oder später in eines der Spezialzentren kämen. Dort lasse sich die OP häufiger abwenden. Es gebe aber auch finanzielle Fehlanreize: Während eine Amputation «auskömmlich finanziert» sei, werde der aufwendigere Erhalt des Fußes nicht ausreichend gut vergütet. DDG-Präsident Baptist Gallwitz sprach sich für Bonuszahlungen aus, wenn Füße gerettet werden.

Häufigster Grund für Amputationen ist den Angaben zufolge das diabetische Fußsyndrom, eine Komplikation, an der pro Jahr 250.000 Menschen erkranken. Der erhöhte Blutzucker bei Diabetikern kann zu Nervenschäden führen, sodass selbst kleinste Verletzungen nicht rechtzeitig wahrgenommen werden und chronische Wunden entstehen. Die Heilung ist bei Diabetes ebenfalls beeinträchtigt.

Behindertenparkplätze

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Aug 272016
 

Behinderung

©Querschnitt/pixelio.de

©Querschnitt/pixelio.de

Behindertenparkplätze nur für Menschen mit starker Gehbehinderung- LSG Stuttgart: Platzbedarf beim Ein- und Aussteigen reicht nicht Menschen, die wegen einer Behinderung viel Platz zum Ein- und Aussteigen aus ihrem Autobenötigen, dürfen deswegen noch nicht die Behindertenparkplätze nutzen. Diese seien Menschen vorbehalten, die besonders schwer laufen können, wie das Landessozialgericht (LSG) Baden-Württemberg in einem am Samstag, 24. August2013, veröffentlichten Urteil entschied(Aktenzeichen: L 6 SB 5053/12).

Es wies damit einen Mann aus Baden-Württemberg ab, der das Merkzeichen aG (außergewöhnliche Gehbehinderung) in seinen Behindertenausweiseingetragen haben wollte. Zur Begründung verwies er auf Schmerzen beim Gehen nach mehreren Hüftoperationen. Zudem müsse er spezielle orthopädische Schuhe tragen. Mit diesen Schuhen könne er nur bei weit geöffneter Autotür in sein Fahrzeug ein- und aussteigen. Daher sei er auf die breiten Behindertenparkplätze angewiesen. Doch die Einschränkungen beim Gehen reichten nach Einschätzung des LSG für das Merkzeichen aG nicht aus. Dass der Mann nacheigenem Bekunden auf weitgeöffnete Autotüren angewiesen ist, rechtfertige ebenfalls das begehrte Merkzeichen nicht. Es sei hierfür schlicht nicht gedacht, erklärte das LSG in seinem jetzt schriftlich veröffentlichten Urteil vom 20. Juni 2013. Das Recht auf Nutzung der Behindertenparkplätze diene dazu, „einen behinderten Menschen wegen der Beeinträchtigung seiner Gehfähigkeit möglichst nahe an sein Ziel fahren zu lassen“.

Was die Wundheilung stört

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Aug 272016
 

Diabetes

Was die Wundheilung stört

US-amerikanische Forscher haben einen Mechanismus entdeckt, der die Wundheilung bei Diabetikern stört: ein hochreguliertes körpereigenes Abwehrsystem gegen Krankheitserreger. Wird es ausgeschaltet, verbessert sich die Wundheilung bei diabetischen Mäusen. Das berichten die Forscher um Siu Ling Wong vom Boston Children’s Hospital in Boston, Massachusetts, im Fachjournal «Nature Medicine».

Bei Verletzungen der Haut wird eine Reihe von Prozessen angestoßen, um die Blutung zu stoppen, Infektionen zu unterdrücken und den Heilungsprozess einzuleiten. Um Krankheitserreger unschädlich zu machen, stoßen hier bei neutrophile Granulozyten ihr eigenes Chromatin (bestehend aus der DNA der Zellen und assoziierter Proteine wie Histone) aus, das in der Wunde ein Netz bildet, in dem sich die Pathogene verfangen.

Diese als NET (neutrophil extracellular traps) bezeichneten Netze scheinen bei Diabetikern verstärkt produziert zu werden. So entdeckten die Forscher um Wong, dass die Neutrophilen von Typ-1- und Typ-2-Diabetikerneine viermal höhere Konzentration des Schlüsselenzyms der NET-Produktion, PAD4,aufweisen als von Stoffwechselgesunden. Diabetische Mäuse bildeten in ihren Wunden entsprechend mehr Netze als Kontrolltiere. Bei ihnen war die Wundheilung gestört. Die Forscher vermuten, dass die Netze die Einwanderung neuer Hautzellen behindern. Bei gentechnisch veränderten Mäusen, die kein PAD4produzieren können, verlief die Wundheilung dagegen auch bei diabetischen Tieren normal.

Die Erkenntnisse bieten mögliche Therapieansätze. Die Behandlung mit DNAse1, einem DNA-spaltenden Enzym, verbesserte die Wundheilung im Tierversuch. Eine Variante des Enzyms, der Wirkstoff Dornasealfa (Pulmozyme®), ist bereits zur Therapie von

Mukoviszidose zugelassen und könnte daher rasch in klinischen Studien getestet werden. (ch)

Warum Wunden bei Diabetikern schlechter heilen

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Aug 272016
 

Medizin

Warum Wunden bei Diabetikern schlechter heilen

Dienstag, 16. Juni 2015

dpa

dpa

Boston – Ein Abwehrmechanismus, der normalerweise Krankheitserreger beseitigt, stört bei Diabetikern offenbar die Wundheilung.Dies geht aus tierexperimentellen Studien in Nature Medicine (2015; doi:10.1038/nm.3887) hervor, die Ansatzpunkte für eine verbesserte Behandlung von Wundheilungsstörungen bei Diabetikern bieten.

Neutrophile Granulozyten gehören zur vordersten Front der Immunabwehr gegen Krankheitserreger. Die Zellen können Krankheitserreger „fressen“ (Phagozytose). Sie können aber auch Netze auswerfen, um die Bakterien zu fangen. Diese „neutrophil extracellular traps“ (NET), die erst vor einigen Jahren entdeckt wurden, bestehen aus der DNA der Granulozyten. Sie bilden inder Wunde ein feines Netzwerk, in denen sich Bakterien verfangen, Diese werden dann im NET von Histon-Proteinen abgetötet und von Proteasen in Einzelteilezerlegt.

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Doch die Abwehrstrategie NET ist für den Körper nicht ungefährlich. NET geht mit allgemeinen Entzündungsreaktionen einher, die nach Einschätzung von Denisa Wagner vom Boston Children’s Hospital das Risiko von Herzinfarkten und Venenthrombosen erhöhen, Erkrankungen, an denen Diabetikerhäufiger als andere Menschen leiden.

Die Forscherin kann in Labor Experimenten zeigen, dass sich die neutrophilen Granulozyten von Patienten mit Typ 1 und Typ 2-Diabetesleichter als bei anderen Menschen zur Bildung von NET aktivieren lassen. Dabei kommt es zu einem Anstieg des Enzyms PAD4, das in den Granulozyten die Bildung von NET fördert.

Tierexperimentelle Studien bestätigen diese Beobachtung. Diabetische Mäuse bildeten in Wunden mehr NET als Mäuse mit normalem Blutzucker. Die Wundheilung war dann beeinträchtigt. Fehlte den Mäusen das Gen für PAD4, dann ging ein Diabetes nicht mit einem Anstieg der NET einher, und –was entscheidend ist – die Wundheilung war nicht behindert.

zum Thema

•    Abstractder Studie in Nature

•    Pressemitteilung des Boston Children’s Hospital

Aus der Studie ergeben sich gleich zwei mögliche Therapieansätze. Zum einen könnte versucht werden, die Wundheilung durch Enzyme zu fördern, die die NET-Bildung behindern. Bei den Versuchstieren gelang dies durch eine intravenöse oder intraperitoneale Behandlung mit Dornase alfa.

Das Enzym, das DNA auflöst, beschleunigte die Wundheilung der diabetischen Mäuse. Nach drei Tagen waren die Wunden um 20 Prozent kleiner als bei unbehandelten Versuchstieren. Ob die Behandlung effektiv wäre, wenn sie– wie in der therapeutischen Situation – erst nach der Wundentstehung begonnen wird, ist unklar. Ebenso fehlen Ergebnisse zu einer lokalen Wundbehandlung.

Die Studie könnte jedoch klinische Studien zu dieser Frageanregen, zumal Dornase alfa als Medikament zur Behandlung der Mukoviszidose zugelassen ist und deshalb keine weiteren tierexperimentellen Sicherheitstests mehr durchgeführt werden müssten. Der zweite Ansatz, der noch entwickelt werden müsste, wäre ein Wirkstoff, der das Enzym PAD4 ausschaltet. Zu den Nebenwirkungen der beiden Therapien könnte ein erhöhtes Infektionsrisikogehören, da mit den NET ein wichtiger Abwehrmechanismus gegen Krankheitserregerausgeschaltet würde. Bei einer lokalen Anwendung könnte das Risiko kalkulierbar sein.

© rme/aerzteblatt.de

Erster Mensch mit fühlender Beinprothese

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Aug 272016
 

Fortschritt in der Prothesenforschung
Erster Mensch mit fühlender Beinprothese
11.06.2015

Foto: Hubert Eggert

Foto: Hubert Eggert

Einem österreichischen Forscherteam ist es gelungen, erstmals einem Menschen eine fühlende Beinprothese anzupassen. Das Studienergebnis zeigt: Die Sicherheit bei der Bewegung wird erhöht und die Prothese stärker als eigene Gliedmaße empfunden.

Der Prothetik-Experte Dr. Hubert Egger, Professor an der Fachhochschule Oberösterreich, hat nach jahrelangen Forschungsstudien erstmals erfolgreich einem Menschen eine fühlende Prothese angepasst. Aufgrund derneuronalen Verbindung fühlt der Patient an der Sohle des Prothesenfußes underkennt so die Beschaffenheit des Bodens sowie Hindernisse besser. Damit wirddie Sturzgefahr beim Gehen reduziert. Der wiederhergestellteInformationstransfer trägt auch zur natürlicheren Integration der Prothese indas Körperbild des Patienten bei und hat inzwischen zum gänzlichen Verschwindenseiner jahrelangen Schmerzen geführt.

An der Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive undÄsthetische Chirurgie in Innsbruck, Kooperationspartner der FachhochschuleOberösterreich, wurde von Dr. Eva-Maria Baur und Dr. Thomas Bauer einselektiver Nerventransfer – Targeted Sensory Reinnervation (TSR) – am Patientendurchgeführt. Dabei wurden sensorische Nervenenden der ursprünglich gesundenFußsohle als Überträger der Druckempfindung von der Prothesensohle reaktiviert.Zusätzlich war die Indikation für die Operation möglichst schmerzhafteNervennarben (Neurom) durch die Umleitung der Nerven positiv zu beeinflussen.Das Studienergebnis hat gezeigt: Das Leben von Menschen mit Amputationen kanndeutlich erleichtert werden. Die von der Universitätsklinik Innsbruck auchzukünftig unterstützte Methode der Targeted Sensory Reinnervation (TSR) könntefür viele Betroffene ein Ende der Phantomschmerzen bedeuten, indem diekünstliche Gliedmaße der verlorenen natürlichen Gliedmaße ein Stück näherkommt.

Der Initiator des Forschungsprojektes, Hubert Egger, warauch leitend an der Entwicklung eines Prototyps der gedankengesteuerten undfühlenden Armprothese beteiligt. Die Armprothese (Mind-controlled prostheticarm) hat in den USA im Jahr 2014 die Zulassung der FDA (Food and Drug Administration) erhalten.

Quellen: Institutfür Prothetik / University of Applied Sciences Upper Austria

Anspruch auf Prothesenschaft aus Polytol

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Aug 262016
 

Anspruch auf Prothesenschaft aus Polytol

Datum:06.08.2014 Gerichtsurteile Ratgeber Recht

Amputierte Kassenpatienten haben Anspruch auf Versorgung mit einem Prothesenschaft aus dem Werkstoff Polytol.

Dortmund/Gütersloh, 30.07.2014. Das entschied das Sozialgericht Dortmund nach mündlicher Verhandlung auf Grundlage eines medizinischen Sachverständigengutachtens. Die Klägerin ist hüftamputiert und beantragte über ihr Sanitätshaus eine Beinprothese mit einem Schaft aus Polytol, da der Werkstoff für sie Vorteile durch bessere Haftung und insbesondere bessere hygienische Eigenschaften zur Vermeidung von Hautirritationen im Amputationsbereich aufweist. Da der Werkstoff erheblich teurer ist, verwies die Kasse unter Bezugnahme auf das Wirtschaftlichkeitsgebot auf eine günstigere Versorgungsart aus herkömmlichem Material. Der Sachverständige bezeichnete den Werkstoff aufgrund der erheblichen Vorteile jedoch als wichtige Innovation in der Orthopädietechnik und bezeichnete die Verwendung von Polytol als medizinisch notwendig. So stand es zur Überzeugung des Gerichtes fest, dass kein Verstoß gegen das Wirtschaftlichkeitsprinzip der gesetzlichen Krankenkasse festzustellen sei, da sich der medizinische Nutzen auf das gesamte Alltagsleben der Prothesenträgerin auswirke und kein günstigerer Werkstoff den gleichen medizinischen Erfolg verspreche.

 

Sozialgericht Dortmund Urteil vom 30.07.2014

Az. S 8 KR 1016/10 (nicht rechtskräftig)

Quelle: Ralf Müller Rechtsanwalt Fachanwalt für Medizinrecht Fachanwalt für Sozialrecht