Kassen zahlen schmerzfreies Blutzucker-Messgerät

 Kassen zahlen schmerzfreies Blutzucker-Messgerät  Unsere kleine § Hilfe  Kommentare deaktiviert für Kassen zahlen schmerzfreies Blutzucker-Messgerät
Aug 272016
 

Diabetes: Kassen zahlen schmerzfreies Blutzucker-Messgerät

Nie wieder Pieksen: Für Diabetes-Patienten übernehmen gesetzliche Krankenkassen demnächst die Kosten für Messgeräte, die den Blutzucker mit einem schmerzfreien Sensor messen. Das entschied der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA).
Blutzucker dauerhaft messen mit Sensor

Blutzucker dauerhaft messen mit Sensor

Diabetes-Patienten müssen ihren Blutzuckerspiegel ständig im Blick behalten. Bislang ist dafür ein Einstich in die Fingerkuppe, ein Teststreifen, um den Bluttropfen aufzufangen und ein Messgerät, um den Teststreifen auszulesen, nötig. Der Glukose-Wert wird dabei punktuell gemessen. Die neuen Geräte überwachen den Blutzucker dauerhaft.

Das funktioniert so: Ein kleiner Sensor in der Haut misst den Blutzucker im Zellzwischenwasser des Unterhautfettgewebes. Er sendet die Werte an ein Empfangsgerät, das der Diabetiker immer bei sich trägt. Dieses Gerät hat eine Alarmfunktion: Nähert sich der Blutzucker einem individuell festgelegten, kritischen Wert, warnt das Gerät die Betroffenen durch Piepsen und Vibrationen – auch nachts. Bislang mussten die Patienten diese Real-Time-Messgeräte, auch CGMS (Continuous Glucose Monitoring System) genannt, selber zahlen.

Diabetes: Schwankender Blutzuckerwert schädigt Gefäße

Bei manchen Diabetikern schwankt der Blutzuckerwert so stark, dass es immer wieder zu gefährlichen Unterzuckerungen (Hypoglykämien) kommt. Darum müssen sie eine Insulinpumpe tragen oder unterschiedlich wirkende Insuline kombinieren. Vor allem diesen Patienten erleichtert ein CGMS das Krankheitsmanagement. Darauf weist das Infozentrum für Prävention und Früherkennung hin.

Studien zeigen: Je stabiler der Blutzuckerwert, desto länger bleiben Diabetiker gesund. So schädigen stark schwankende Werte und ein dauerhaft schlecht einstellbarer Diabetes langfristig Nerven, Gefäße, Herz und Nieren. Eine akute Unterzuckerung (Hypoglykämie) kann sogar lebensbedrohliche Formen annehmen, wenn der Kreislauf versagt und Betroffene ins Koma fallen.

Diabetes: Kassen zahlen schmerzfreies Blutzucker-Messgerät

Um ein Real-Time-Messgerät zu bekommen, benötigen Patienten eine Verordnung. Ausstellen können diese laut G-BA-Beschluss alle Internisten, Allgemein- und Kinderärzte mit der Anerkennung Diabetologie DDG oder einer vergleichbaren Qualifikation sowie Kinderärzte mit der Anerkennung Kinderendokrinologie und -diabetologie. Da nicht alle Diabetes-Patienten ein CGMS brauchen, prüfen die Krankenkassen weiterhin den Einzelfall.

Diabetes: Wer Anspruch auf ein Real-Time-Messgerät hat

Voraussetzung für die Übernahme sind ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus, eine intensivierte
Insulinbehandlung und dass die festgelegten individuellen Therapieziele auch bei Beachtung der
jeweiligen Lebenssituation schwer erreicht werden können. Der Patient muss außerdem vor der ersten
Anwendung des Messsystems in der Anwendung des Gerätes geschult sein. Der Beschluss des G-BA
muss nun noch vom Bundesgesundheitsministerium gebilligt werden.

Der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) empfiehlt betroffenen Patienten, schon jetzt einen Antrag auf ein
CGMS bei ihrer Krankenkasse zu stellen. Der DDB berät bei der Formulierung. Patienten, die wegen
eines ablehnenden Bescheids für ein CGMS schon im Widerspruchsverfahren mit der Krankenkasse
sind, sollten dies in jedem Fall aufrechterhalten, um keine Fristen zu versäumen.
Foto: Nintamed/Dexcom
quelle: Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Autor: bab

Zu viele Amputationen

 Zu viele Amputationen  Unsere kleine § Hilfe  Kommentare deaktiviert für Zu viele Amputationen
Aug 272016
 

Diabetischer Fuß

DDG: Zu viele Amputationen

19.02.2016

Foto: © Marco2811 - Fotolia.com

Foto: © Marco2811 – Fotolia.com

In Deutschland werden zu viele Füße in Folge einer Diabeteserkrankung amputiert. Um die Amputationszahlen zu senken, fordert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ein obligatorisches Zweit meinungsverfahren vor einem solchen Eingriff.

Zugleich sind andere Vergütungsstrukturen notwendig, erklärten Experten auf der Jahrespressekonferenz der DDG, bei der die Qualität der Versorgungsstrukturen für Menschen mit Diabetes im Mittelpunkt steht. Für den Erhalt der Extremitäten müsse es einen Bonus geben, da eine solche Behandlung mit längeren Liegezeiten und damit mehr Aufwand als bei einer Amputation verbunden ist.

Etwa 50.000 Füße werden jährlich in Deutschland als Folge einer Diabeteserkrankung amputiert – alle 15 Minuten verliert ein Mensch eine Extremität. „Diese Zahl ist, auch im internationalen Vergleich, viel zu hoch“, stellt Professor Dr. med. Ralf Lobmann fest, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der DDG. Die Häufigkeit ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen. „Zum einen kommen viele Patienten mit schlechtheilenden chronischen Fußwunden zu spät in spezialisierte Zentren, oft erst nach zwölf Wochen und später“, so Lobmann. In den Zentren können inter disziplinäre Expertenteams aus Diabetologen, Gefäßchirurgen, Orthopäden, Podologen und Schuhmachern eine große Bandbreite an Therapien und Maßnahmenausschöpfen, um eine Amputation zu vermeiden.

Zahlen belegen dies. „Während die Rate von Majoramputationen, also Abtrennungen des Fußes oberhalb des Knöchels, in spezialisierten Zentren bei 3,1 Prozentliegt, beläuft sich die Quote in der Allgemeinversorgung auf zehn bis zwanzig Prozent“, erläutert Lobmann. Eine Majoramputation zu vermeiden, ist jedoch oberstes Gebot bei der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Denn das Ausmaß der Extremitäten-Entfernung hat Auswirkungen auf die Lebenserwartung – nur ein Viertel der Patienten überlebt nach einer Majoramputation fünf Jahre, bei der Abtrennung von Fußteilen unterhalb des Knöchels („Minoramputation“) sind es dagegen 80 Prozent. „Daher fordern wir vor einer Amputation das obligatorische Einholen einer qualifizierten Zweitmeinung“, betont der DDG Experte. Ähnliche Regelungen gibt es etwa auch in Holland, wo Diabetespatienten mit schlechtheilenden Wunden, die länger als fünf Wochen bestehen, in spezialisierten Zentren behandelt werden müssen.

Eine weitere Ursache für die hohe Amputationsrate in der Bundesrepublik liegt nach Ansicht der Fachgesellschaft im derzeitigen Vergütungssystem begründet. „Hierbestehen finanzielle Fehlanreize, die wir beseitigen möchten“, erläutert Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der DDG. Eine Amputation ist vergleichsweise auskömmlich finanziert. Doch Behandlungen, die dem Erhalt der Extremität dienen, sind häufig langwierig und mit Klinikaufenthalten von bis zu 40 Tagen verbunden. „Dieser Aufwand bildet sich in der Vergütung bisher nicht ab“, kritisiert Gallwitz. „Wir schlagen daher einen Bonus für die Rettung des Fußes vor.“

Das diabetologische Fußsyndrom ist eine der häufigen Folgen einer Diabetes-Erkrankung – jedes Jahr erkranken etwa 250 000 Patienten daran. Es ist der häufigste Grund für eine Amputation. „Der Umgang mit dem diabetologischen Fußsyndrom in unserem Gesundheitswesen ist symptomatisch für die Finanzierung der gesamten Diabetologie“, sagt Lobmann. „Sie betreibt im Umgang mit häufigmultimorbiden Patienten einen hohen Aufwand, ist aber nur unangemessen finanziert.“

Die DDG setzt sich seit Jahren dafür ein, die Versorgungsstrukturen für Menschen mit Diabetes zu verbessern. Das gilt auch für die Patienten mit einem diabetologischen Fußsyndrom. Dessen erste Anzeichen sind Taubheitsgefühle, Kribbeln, Brennen und Stechen, das an den Zehen beginnt. Betroffene, die vor einer Amputation stehen, können sich an Spezialzentren wenden, die von der DDG zertifiziert worden sind. Aktuell zählen dazu 201 ambulante und 78 stationäre Einrichtungen, gelistet unter http://www.ag-fuss-ddg.de.

Quellen: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

Amputation der Füße ist häufig vermeidbar!

 Amputation der Füße ist häufig vermeidbar!  Unsere kleine § Hilfe  Kommentare deaktiviert für Amputation der Füße ist häufig vermeidbar!
Aug 272016
 

Diabetes: Amputation der Füße ist häufig vermeidbar

50.000 Fußamputationen bei Diabetikern pro Jahr sind aus Expertensicht zu viel – auch im internationalen Vergleich. Das sagte heute Professor Ralf Lobmann von der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß in der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Berlin. Viele Fußamputationen seien vermeidbar. Zur Senkung der Zahlen müsse ein verpflichtendes Verfahren eingeführt werden, bei dem eine Zweitmeinung eingeholt wird.

Ursache für das Amputieren sei, dass viele Menschen mit schlecht heilenden Wunden erst nach drei Monaten oder später in eines der Spezialzentren kämen. Dort lasse sich die OP häufiger abwenden. Es gebe aber auch finanzielle Fehlanreize: Während eine Amputation «auskömmlich finanziert» sei, werde der aufwendigere Erhalt des Fußes nicht ausreichend gut vergütet. DDG-Präsident Baptist Gallwitz sprach sich für Bonuszahlungen aus, wenn Füße gerettet werden.

Häufigster Grund für Amputationen ist den Angaben zufolge das diabetische Fußsyndrom, eine Komplikation, an der pro Jahr 250.000 Menschen erkranken. Der erhöhte Blutzucker bei Diabetikern kann zu Nervenschäden führen, sodass selbst kleinste Verletzungen nicht rechtzeitig wahrgenommen werden und chronische Wunden entstehen. Die Heilung ist bei Diabetes ebenfalls beeinträchtigt.

Was die Wundheilung stört

 Was die Wundheilung stört  Unsere kleine § Hilfe  Kommentare deaktiviert für Was die Wundheilung stört
Aug 272016
 

Diabetes

Was die Wundheilung stört

US-amerikanische Forscher haben einen Mechanismus entdeckt, der die Wundheilung bei Diabetikern stört: ein hochreguliertes körpereigenes Abwehrsystem gegen Krankheitserreger. Wird es ausgeschaltet, verbessert sich die Wundheilung bei diabetischen Mäusen. Das berichten die Forscher um Siu Ling Wong vom Boston Children’s Hospital in Boston, Massachusetts, im Fachjournal «Nature Medicine».

Bei Verletzungen der Haut wird eine Reihe von Prozessen angestoßen, um die Blutung zu stoppen, Infektionen zu unterdrücken und den Heilungsprozess einzuleiten. Um Krankheitserreger unschädlich zu machen, stoßen hier bei neutrophile Granulozyten ihr eigenes Chromatin (bestehend aus der DNA der Zellen und assoziierter Proteine wie Histone) aus, das in der Wunde ein Netz bildet, in dem sich die Pathogene verfangen.

Diese als NET (neutrophil extracellular traps) bezeichneten Netze scheinen bei Diabetikern verstärkt produziert zu werden. So entdeckten die Forscher um Wong, dass die Neutrophilen von Typ-1- und Typ-2-Diabetikerneine viermal höhere Konzentration des Schlüsselenzyms der NET-Produktion, PAD4,aufweisen als von Stoffwechselgesunden. Diabetische Mäuse bildeten in ihren Wunden entsprechend mehr Netze als Kontrolltiere. Bei ihnen war die Wundheilung gestört. Die Forscher vermuten, dass die Netze die Einwanderung neuer Hautzellen behindern. Bei gentechnisch veränderten Mäusen, die kein PAD4produzieren können, verlief die Wundheilung dagegen auch bei diabetischen Tieren normal.

Die Erkenntnisse bieten mögliche Therapieansätze. Die Behandlung mit DNAse1, einem DNA-spaltenden Enzym, verbesserte die Wundheilung im Tierversuch. Eine Variante des Enzyms, der Wirkstoff Dornasealfa (Pulmozyme®), ist bereits zur Therapie von

Mukoviszidose zugelassen und könnte daher rasch in klinischen Studien getestet werden. (ch)

Warum Wunden bei Diabetikern schlechter heilen

 Warum Wunden bei Diabetikern schlechter heilen  Unsere kleine § Hilfe  Kommentare deaktiviert für Warum Wunden bei Diabetikern schlechter heilen
Aug 272016
 

Medizin

Warum Wunden bei Diabetikern schlechter heilen

Dienstag, 16. Juni 2015

dpa

dpa

Boston – Ein Abwehrmechanismus, der normalerweise Krankheitserreger beseitigt, stört bei Diabetikern offenbar die Wundheilung.Dies geht aus tierexperimentellen Studien in Nature Medicine (2015; doi:10.1038/nm.3887) hervor, die Ansatzpunkte für eine verbesserte Behandlung von Wundheilungsstörungen bei Diabetikern bieten.

Neutrophile Granulozyten gehören zur vordersten Front der Immunabwehr gegen Krankheitserreger. Die Zellen können Krankheitserreger „fressen“ (Phagozytose). Sie können aber auch Netze auswerfen, um die Bakterien zu fangen. Diese „neutrophil extracellular traps“ (NET), die erst vor einigen Jahren entdeckt wurden, bestehen aus der DNA der Granulozyten. Sie bilden inder Wunde ein feines Netzwerk, in denen sich Bakterien verfangen, Diese werden dann im NET von Histon-Proteinen abgetötet und von Proteasen in Einzelteilezerlegt.

Anzeige

Doch die Abwehrstrategie NET ist für den Körper nicht ungefährlich. NET geht mit allgemeinen Entzündungsreaktionen einher, die nach Einschätzung von Denisa Wagner vom Boston Children’s Hospital das Risiko von Herzinfarkten und Venenthrombosen erhöhen, Erkrankungen, an denen Diabetikerhäufiger als andere Menschen leiden.

Die Forscherin kann in Labor Experimenten zeigen, dass sich die neutrophilen Granulozyten von Patienten mit Typ 1 und Typ 2-Diabetesleichter als bei anderen Menschen zur Bildung von NET aktivieren lassen. Dabei kommt es zu einem Anstieg des Enzyms PAD4, das in den Granulozyten die Bildung von NET fördert.

Tierexperimentelle Studien bestätigen diese Beobachtung. Diabetische Mäuse bildeten in Wunden mehr NET als Mäuse mit normalem Blutzucker. Die Wundheilung war dann beeinträchtigt. Fehlte den Mäusen das Gen für PAD4, dann ging ein Diabetes nicht mit einem Anstieg der NET einher, und –was entscheidend ist – die Wundheilung war nicht behindert.

zum Thema

•    Abstractder Studie in Nature

•    Pressemitteilung des Boston Children’s Hospital

Aus der Studie ergeben sich gleich zwei mögliche Therapieansätze. Zum einen könnte versucht werden, die Wundheilung durch Enzyme zu fördern, die die NET-Bildung behindern. Bei den Versuchstieren gelang dies durch eine intravenöse oder intraperitoneale Behandlung mit Dornase alfa.

Das Enzym, das DNA auflöst, beschleunigte die Wundheilung der diabetischen Mäuse. Nach drei Tagen waren die Wunden um 20 Prozent kleiner als bei unbehandelten Versuchstieren. Ob die Behandlung effektiv wäre, wenn sie– wie in der therapeutischen Situation – erst nach der Wundentstehung begonnen wird, ist unklar. Ebenso fehlen Ergebnisse zu einer lokalen Wundbehandlung.

Die Studie könnte jedoch klinische Studien zu dieser Frageanregen, zumal Dornase alfa als Medikament zur Behandlung der Mukoviszidose zugelassen ist und deshalb keine weiteren tierexperimentellen Sicherheitstests mehr durchgeführt werden müssten. Der zweite Ansatz, der noch entwickelt werden müsste, wäre ein Wirkstoff, der das Enzym PAD4 ausschaltet. Zu den Nebenwirkungen der beiden Therapien könnte ein erhöhtes Infektionsrisikogehören, da mit den NET ein wichtiger Abwehrmechanismus gegen Krankheitserregerausgeschaltet würde. Bei einer lokalen Anwendung könnte das Risiko kalkulierbar sein.

© rme/aerzteblatt.de