Anspruch auf Prothesenschaft aus Polytol

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Aug 262016
 

Anspruch auf Prothesenschaft aus Polytol

Datum:06.08.2014 Gerichtsurteile Ratgeber Recht

Amputierte Kassenpatienten haben Anspruch auf Versorgung mit einem Prothesenschaft aus dem Werkstoff Polytol.

Dortmund/Gütersloh, 30.07.2014. Das entschied das Sozialgericht Dortmund nach mündlicher Verhandlung auf Grundlage eines medizinischen Sachverständigengutachtens. Die Klägerin ist hüftamputiert und beantragte über ihr Sanitätshaus eine Beinprothese mit einem Schaft aus Polytol, da der Werkstoff für sie Vorteile durch bessere Haftung und insbesondere bessere hygienische Eigenschaften zur Vermeidung von Hautirritationen im Amputationsbereich aufweist. Da der Werkstoff erheblich teurer ist, verwies die Kasse unter Bezugnahme auf das Wirtschaftlichkeitsgebot auf eine günstigere Versorgungsart aus herkömmlichem Material. Der Sachverständige bezeichnete den Werkstoff aufgrund der erheblichen Vorteile jedoch als wichtige Innovation in der Orthopädietechnik und bezeichnete die Verwendung von Polytol als medizinisch notwendig. So stand es zur Überzeugung des Gerichtes fest, dass kein Verstoß gegen das Wirtschaftlichkeitsprinzip der gesetzlichen Krankenkasse festzustellen sei, da sich der medizinische Nutzen auf das gesamte Alltagsleben der Prothesenträgerin auswirke und kein günstigerer Werkstoff den gleichen medizinischen Erfolg verspreche.

 

Sozialgericht Dortmund Urteil vom 30.07.2014

Az. S 8 KR 1016/10 (nicht rechtskräftig)

Quelle: Ralf Müller Rechtsanwalt Fachanwalt für Medizinrecht Fachanwalt für Sozialrecht